Love Letters to the Dead – Rezension

Ein Liebesbrief an das Leben – Jay Asher

Love Letters to the Dead, geschrieben von Ava Dellaira, erschien im cbt Verlag kostet als Taschenbuch 9.99€. Das Buch liest sich über 407 Seiten und wurde von Katarina Ganslandt übersetzt.

Klappentext

Es beginnt mit einem Brief.
Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben.  Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb.
Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freund Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie einen Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

Eigene Meinung

Ich habe dieses Buch schon viel zu oft im Thalia stehen sehen und musste daran vorbei laufen. Dann habe ich es mir aber endlich zum Geburtstag gewünscht auch bekommen. Ich muss gestehen, dass ich kaum Erwartungen an dieses Buch hatte. Es waren sogar eher schlechte Erwartungen, aber anders als erwartet hat mich dieses Buch vom Hocker gehauen. Zwar nicht ganz, aber überwiegend. Was mir nicht ganz zugesagt hat, könnt ihr jetzt lesen. 

Stell dir vor, dein Lieblingsmensch stirbt … Du weißt nicht mehr, was du ohne diesen Menschen bist und wünscht dir nichts sehnlicher als es heraus zu finden. Du wechselst die Schule, um die Vergangenheit ein stückt weit hinter dir zu lassen und dann findest du endlich Leute, mit denen du reden kannst, denen du dich anvertrauen kannst. Nur leider, sind diese Leute schon tot …

Weshalb ich dieses Buch wirklich jedes Mal im Thalia angeschaut habe, ist das Cover. Auch der Titel macht irgendwie schon neugierig und beides zusammen sah irgendwie so toll und ansprechend aus. Nur der Klappentext hat mich nicht so hundert prozentig überzeugt, weswegen ich auch nicht so große Erwartungen hatte. Aber das Cover finde ich echt toll, es sieht tiefgründig, verträumt, und stimmig aus.  Abgesehen davon passt es zum Inhalt des Buches.

Wie der Klappentext bereits verrät, schreibt die Protagonistin Laurel Briefe an verstorbene Persönlichkeiten. Hört sich interessant an, oder? Ich hatte mir das dann so vorgestellt, dass in den Buch dann ab und zu mal ein Brief kommt, aber das ganze Buch besteht aus Briefen. Es gibt sozusagen keine Stellen im Buch, wo etwas genau in dem Moment geschieht oder ähnliches, alles nur Briefe. Im ersten Moment war ich wirklich skeptisch und dachte, dass das sicherlich nicht gut umgesetzt wäre, aber wisst ihr was? Es ist unglaublich toll geworden. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl das Tagebuch von Laurel zu lesen, und das war irgendwie alles unheimlich Privat und so real, dass ich mir so viele Szenen jetzt noch bildlich so gut vorstellen kann, als wäre ich dabei gewesen. Wirklich unglaublich meine Meinung nach. Ich kann wirklich viele Handlungen von Laurel und auch von den anderen nachvollziehen und verstehen, die Charaktere waren alle so einzigartig und perfekt unperfekt als wären sie gerade der echten Welt entsprungen, dass dieses Bucheinfach so realistisch und nahegehend rüberkommt. Man muss es lieben! Nur das Ende hätte irgendwie … mehr sein können. Da hat dieses Gewisse etwas gefehlt, wisst ihr?

Manchmal sind wir so randvoll mit allen möglichen Gefühlen, dass wir nicht merken, wie unser Verhalten auf jemand anderen wirkt.

Laurel

Laurel, die Protagonistin, war mir nicht immer sympathisch. Es war ein kleines hin und her. Erst mochte ich sie, dann kurz nicht, aber dann wider doch. Manche ihrer Taten konnte ich einfach nicht nachvollziehen und dass hat sie mir etwas unsympathisch gemacht. Manche ihrer Freunde waren mir auch nicht direkt sympathisch, aber ab Mitte des Buches habe ich sie spätestens alle geliebt. Wie gesagt wirkt alles sehr real, als würde es in einer anderen Stadt genauso passieren, als hättest du das Tagebuch von jemandem in der Hand. Und demnach sind eben auch die Charaktere sehr real. Als könnten sie auf deine Schule gehen. Irgendwie werden einem die Personen so nahe gebracht, dass ist wirklich unglaublich. 

Das ganze Buch ist wie gesagt ja in Briefform. Es sind ganz viele Briefe, die allesamt von Laurel an z.B Kurt Cobain oder Amy Winehouse geschrieben wurden. Ich musste mich zwar erst daran gewöhnen, aber nach schon wenigen Seiten ging das gut. Da die Briefe nicht allzu lang sind, jedenfalls die meisten nicht, kommt man schnell durchs Buch und es zieht sich nicht lang. Hat man einen Brief gelesen, will man den nächsten auch noch lesen „Sind ja nur ein paar Seiten mehr“ sagt man sich gefühlt alle paar Minuten. Aber was will man mehr? Der Schreibstil macht es einem wirklich leicht dieses Buch noch mehr zu lieben und zu lesen. 


Man bildet sich ein, jemanden zu kennen, und vergisst darüber, dass jeder Mensch sich ständig verändert, auch man selbst. Plötzlich verstand ich, dass genau das ein Zeichen unserer Lebendigkeit ist. Wir haben unsere eigenen tektonischen Platten in uns, die ständig in Bewegung sind und sich immer wieder neu ausrichten, während wir uns langsam zu dem Menschen entwickeln, der wir sein werden.

Laurel

Fazit

Meine (zugegebenermaßen nicht vorhandenen Erwartungen) an dieses Buch wurden vollstens übertroffen! Ein absolutes muss, so tiefgründig, real und leicht zu lesen ist selten ein Buch. Vom Ende hätte ich im Laufe des Lesens allerdings doch etwas mehr erwartet. 

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Wenn du noch weitere Meinungen zu „Love letters to the dead“ lesen möchtest, kannst du gerne bei Lovelybooks vorbei schauen.

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